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Auf dieser Seite habe ich einzelne - in einer Anwandlung von Formulierungssucht - entstandene Texte gesammelt. Wenn ich behaupte: Fortsetzung folgt, dann ist das nicht unwahrscheinlich.

 

 

TEXTE:

Das Märchen vom Fischer und seiner Frau

Das Märchen vom Froschkönig

Männer und Susies

DAS MÄRCHEN VOM FROSCHKÖNIG IST DOCH ECHT EIN MÄRCHEN

 

 

 

 

 

Text Nr.1 aus meinem Profil

 

 

 

Dieses Märchen könnte auch die frühste Form der Seifenoper sein. Eine Königstochter, also die Prinzessin (sind wir nicht alle ein wenig Pinzessin?) spielt mit einer goldenen Kugel. Schon diese realitätsnahe Ausgangssituation erhöht natürlich die Erwartungshaltung des Lesenden. Was wird als nächstes passieren? Wirft Sie die Kugel gegen eine Wand und hat drei Wünsche frei? (zum Beispiel: Nie mehr D. Bohlen im Fernsehen...) Aber nein, die Kugel fällt in einen Brunnen... der weitere Verlauf ist ja ausreichend bekannt. Übrigens wird in diesem Stück - wie im wahren Leben - gundsätzlich von goldenen Tellern gegessen und in feinen Bettchen geschlafen.

 

Und als Sie den Frosch als Retter des verlorenen Goldschatzes auf Grund seiner permanenten Annäherungsversuche an die Wand wirft (nicht küsst!) verwandelt er sich in einen total geil aussehenden Prinz, der auch noch sofort von den lieblichen Eltern akzeptiert wird. Dies sollte uns zu denken geben. Ist dies nicht eine Aufforderung an alle Faker weiter als Frosch durch die Welt zu laufen? Nachdem nun der eklige Frosch ein geiler Prinz ist, schlafen die auch gleich zusammen im lieblichen Bett. Und so was liest man den Kindern vor!

 

Einige Fragen bleiben ungeklärt: Was hatte der Frosch an, als er sich von der Wand ablöste und die Prinzessin ihn geil fand? Wahrscheinlich wenig oder nichts, da Frösche ja gewöhnlich FKK baden. Was passierte danach? Hat die Prinzessin gleich gerufen "Hallo Papa, schau mal! Findest Du den auch geil?" Warum wollte der König sofort den Prinzen zum Schwiegersohn? Wir können nur vermuten, dass einige hervorstechende Eigenschaften des Prinzen die anderen Beteiligten zu ihren überstürzten Reaktionen veranlasst haben.

 

Ich möchte nicht sämtliche Frösche Berlins an die Wand werfen müssen. Und wenn ich einen Wunsch frei hätte, so wäre es schön, wenn nicht nur Frösche sich melden, sondern auch Prinzen! Mit Prinzessinen kann ich dahingehend leider nicht viel anfangen.

 

Oh Fröschin... lass uns hüpfen gehen

MÄNNER UND SUSIES

 

 

 

 

 

Es sieht fast so aus: Es gibt keine richtigen Kerle mehr. Immer wieder werden wir von einem anscheinend wenig männlichen Verhalten getroffen, welches in uns Erstaunen und bei Feministinen bestimmt Freude auslöst. Es ist die SUSIE im Mann die uns da entgegentritt. Und sie zeigt sich öffentlich so:

 

* Susie in der Kneipe*

Susies lesen stundenlang die Getränkekarte oder wollen diese unbedingt zuerst haben. Das gilt auch, wenn es sich offensichtlich um ein "Glas - Bier - Geschäft" handelt und keine Highlits zu erwarten sind. Nach eingehendem Studium der Karte bestellen sie ein Wasser - möglichst klein und ohne Gas.

Richtige Kerle betreten den Raum und bestellen Getränke für alle - aber in Flaschen.

 

*Susie im Supermarkt*

Susies studieren ausgiebig das Kleingedruckte auf jeder Packung, was so und so nur die halbe Wahrheit ist. Der Einkauf dauert ewig. Zum Schluss ist der Wagen voll mit lauter wenig gut schmeckenden Dingen - aber soo gesund.

Falls richtige Kerle wirklich mal einkaufen gehen, packen sie sich den Wagen voll mit Sachen, die so und so gut schmecken. Große Verpackungseinheiten werden bevorzugt. Bier ist wichtig.

 

*Susie im Sportclub*

Susie tritt vorsichtig an das Gerät heran, gleich welcher Art. Es könnte ja umkippen oder zurück schlagen. Wenn Gewichte aufzulegen sind, dann möglichst viele einzelne und kleine Scheiben. Nach denen wird im halben Raum gesucht, damit jeder ihren elastischen Gang bewundern kann. Außerdem trifft man dabei viele andere bekannte Susies mit denen man schnattern kann. 

Kerle betreten zügig und zielgerichtet den Raum, nehmen große Scheiben, was eben so da ist, und fangen an. Bekannte werden mit einem Kopfnicken, einem äußerst kräftigen Händedruck oder einem kurzen Spruch begrüßt. Das reicht, wir wollen trainieren.

 

*Susie in der Sauna*

Das Handtuch wird in äußerst merkwürdigen Varianten um die Hüfte geschlungen. In der Trockensauna setzt sich Susie nach langem Überlegen dann doch - irgendwie - hin. Hat sie eine Freundin dabei kann man sich wunderbar über das BWL-Studium austauschen. Im Ruheraum müssen die Beine übereinandergeschlagen werden, auch wenn es Mühe macht.

Kerle halten sich eine viel zu kleines Handtuch vor irgendwas, betreten schnell die Kabine setzen sich breitbeing auf die oberste Etage der Sauna und schwitzen und schweigen. 

 

*Susie hat Sex - zu Hause (mit Beziehung)*

Wenn Susie am Samstagabend Sex haben will in ihren eigenen Räumlichkeiten erfährt der Betroffene andere Mitmensch bereits am Dienstag davon - alles muss ja geplant werden. Ab Donnerstag werden geeignete Austauschlaken bereit gelegt - damit nicht die gute Bettwäsche mit Flecken besudelt wird. Der Vorgang an sich wird mit der Eröffnung einer Flasche preiswerten - aber schaurig süssen Weines eingeläutet. Während des Aktes muss ständig darauf geachtet werden: nicht zu laut zu sein wegen der Nachbarn, nicht vom Austauschlaken herunter zu rutschen, nicht soviel mit dem Gleitgel wegen der Sparsamkeit. Für danach (nach ca. 2 min) liegen bereits zurechtgefaltete Küchentücher bereit.

 

*Susie hat Sex - außerhalb ihrer Wohnung*

Alkehol vor dem Sex ist wichtig - er macht locker. Ohne einen gewissen Alkeholpegel kann Susie auch keinen Sex haben, weil sie ständig auf der Suche nach DEM schönsten Kerl ist. Hat sie einen gefunden und noch nicht genug getrunken wird trotzdem weiter gesucht. Mit steigendem Pegel verschieben sich die Verhältnisse. Im schlimmsten Fall finden wir Susie mit ganz schwarzen Knien im Darkroom wieder. Einen Tag später will sie davon nichts mehr wissen und sammelt Spenden für einen gemeinnützigen Verein - am besten etwas gegen AIDS.

 

*Susie verabredet ein Date im Internet*

Der Anzeigentext ist ist das Ergebnis mehrer schlafloser Nächte und Beratung mit Ihrer besten Freundin, Sollten sich Opfer auf diese Formulierung hin melden, wird stundenlang getickert. Man muss ja sicher gehen, dass man unter Umständen nicht abgelehnt werden würde. In der Zwischenzeit hat Susie die Wohnung gereinigt und alle Wäsche zusammengelegt. Am Ende des Abends hat man zwar kein Date - weil es jetzt schon so spät ist - aber alles ist schön aufgeräumt. Parallel hat man an dieser Arbeit mindestens somit einen Mitmenschen beteiligt.

Kerle tickern sich mit einem witzigen Spruch an und verabreden sich wenn es Symphatien gibt. Entweder es passt für einen Abend / Nacht oder mehr oder es geht gar nicht. Das Risiko bleibt ohnehin.

Susie ist schön... doch was sagt Ihr Computer? spricht er mit ihr?

DAS MÄRCHEN VOM FISCHER UND SEINER FRAU

 

 

 

 

 

Rituale machen das Leben erst schön. So sind es zum Beispiel in den heterosexuellen Beziehungen die Fernsehsendungen "Tagesschau" und "Sportschau", die - wie man ja immer wieder hört - den abendlichen Fernsehalltag nachhaltig und interessant strukturieren. Da fragt man sich dann immer wieder besorgt, ob der geringe Steuervorteil aus einer ehelichen Gemeinschaft die Tatsache aufwiegt, dass fremde Personen abends an der Fernbedienung herumfummeln. Nun wollen wir mal nicht zu sehr über diese besondere Kategorie von Beziehung herziehen. Aber sie sind es, aus denen der Stoff für so manches Märchen entspringt. Und wie sollte es anders sein, auch wir homo- oder bi- oder prosexuell ausgerichteten Mitbürgern können davon noch was erlernen.

 

Das Märchen vom FISCHER UND SEINER FRAU fällt uns da spontan ein. Da wir keine kleinen dummen Kinderchen sind, die beim Vorlesen einschlafen, erinnern wir uns gern an die wirklichen Kernsätze der Story:

 

Der Fischer wird von seiner Frau immer wieder zum Fisch / Butt geschickt. Natürlich damit er weitere Vorteile für Sie ergattert. Da es sich bei diesem Fisch um einen verwunschen Prinzen handelt, wäre es sicher an der Zeit, die nicht im Märchen weiter erläuterte Beziehung zwischen dem Fischer und dem Prinz zu untersuchen. Haben die sich da einfach so getroffen und der Prinz hat gleich gesagt - kein Problem, deine Frau bekommt alles - ? Das zeigt: Ein bestimmter Typ Frau würde sogar ihren Mann in eine homoerotische Beziehung schicken, wenn sich daraus für sie materielle Vorteile ergeben.

 

Andererseits sollten wir uns der zweiten Kernaussage widmen, welche da lautet: wer zuviel will, hat am Ende gar nichts. Dadurch, dass diese raffgierige weibliche Person immer wieder ihren Mann in die Arme (oder sonst wohin) des Prinzen treibt, ersteigert sie sich immer wieder neue Reichtümer, bis sie zum Schluss so arm wie zuvor da steht. Nun - da sollten wir uns doch mal flugs an das letzte Wochenende erinnern. Am Freitagabend wird herumgelaufen, als wenn es dafür Kilometergeld gibt. Denn der Traumprinz wird gesucht. Man kann sich einfach nicht damit zufrieden geben, was da so als cooler Becks - Flaschenhalter herumsteht. Er muss schöner, größer und mit mehr xxl sein als alle, alle die man heute gesehen hat. Nachdem die Suche mit Ausblick auf den bevorstehenden Samstagabend ergebnislos abgebrochen wurde, schwärmt man 24 Stunden später wieder aus. Jetzt wird schon etwas weniger kritisch geschaut, vielleicht sogar geflirtet, aber so der Richtige kommt wohl nicht. Das Ende dieses Rituals ist das in Fachkreisen als "Eulenschießen" bekannte Abschlussfest dieses Wochenendes, welches vornehmlich im Morgengrauen des Sonntags stattfindet oder auf den frühen Sonntagabend vertagt wird.

 

Manche gestalten so ihr ganzes Leben.

zu spät um einfach nur den Mond anzuheulen.

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